Abgelehnt?! Warum Liebeskummer so schmerzhaft sein kann und wie es dir gelingt ihn trotzdem 100x schneller zu bewältigen

von | Mrz 6, 2022 | Gefühle, Innere Stärke/Resilienz, Liebeskummer, Partnerschaft, Psychologie, Selbstmitgefühl | 0 Kommentare

Erfahre in diesem Blogbeitrag über Liebeskummer, warum es so schwer sein kann, ihn loszuwerden und wie du ihn trotzdem besser bewältigen kannst. Liebeskummer ist  EIN Beispiel für den Umgang mit allen schwierigen Gefühlen. Lese nach, warum im Kummer die wundervollste Einladung zur Entwicklung von Selbstliebe liegt.

Abgelehnt? Warum Liebeskummer sich so schmerzhaft sein kann und wie es dir gelingt ihn trotzdem bedeutend schneller zu bewältigen

Liebeskummer: Was wir glauben, was in uns passiert und was wirklich los ist

Oh, ich kenne das selbst so gut: dieses furchtbare Gefühl, welches bleibt, wenn eine Beziehung beendet ist oder vielleicht nie begonnen hat: dieser zerreissende Schmerz, diese Leere und diese vielen Fragen, die wohl niemals sinnvolle Antworten erhalten werden. Alles, was der eigene Kopf dazu “auswertet”, erscheint irgendwann sinnlos, wenn es dazu kein Gegenüber (mehr) gibt, welches die verständlichen Antworten geben will oder kann. Grübelei bringt nichts bei Liebeskummer. SO ist meine Erfahrung.

Liebeskummer hat mich ent-wickelt und mich in den Kern meines SEINS geführt: in die wirkliche, spürbare Liebe zu mir selbst. Ich habe gelernt, dass es nicht darum geht, die Liebe im Außen zu suchen, sondern sie in sich zu kultivieren. Und ich habe gelernt, dass ich den anderen einfach lieben darf, ganz schamlos und frei, selbst, wenn er geht, mich nicht liebt oder diese Liebe nicht zulassen kann oder will.

Es geht bei Liebeskummer am allermeisten um die Liebe zu uns  selbst – alles, was wir drumrum versuchen um uns von uns abzulenken, ist meiner Meinung nach Selbstbetrug. Wenn wir einen Menschen wirklich lieben, dann dürfen wir lernen, ihn loszulassen, so schwer es auch klingt und ist. Wenn wir festhalten und uns in schwierigen Gefühlen vergraben, dann sind wir Abhängige, aber keine Liebenden. Ich spreche da aus Erfahrung. Auch in funktionierenden Beziehungen müssen wir lernen loszulassen, dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie zerbrechen ;).

Getrennt. Verlassen. Betrogen…manchmal sogar gestorben. Die Gründe für eine Trennung, die Liebeskummer auslöst,  können vielfältig sein. Ganz einfach gesagt bleiben am Ende meistens zwei Menschen übrig, die – meist unterschiedlich und doch so gleich-  fühlen.  Und genau um diese Gefühle gehts in diesem Artikel. Ich schreibe den Artikel in Anlehnung an das Interview mit mir, welches auf Vice.com unter dem Titel “Warum fühlt man Kummer mehr als Freude” veröffentlicht wurde.

Wie der Begriff “Liebeskummer” sagt, gehen wir meist davon aus, dass nach Trennungen KUMMER das führende Gefühl ist: der/die Verlassene ist traurig, leidet innerlich und verfängt sich manchmal auch in seinem/ihrem Kummer. In uns tauchen in solchen Situationen viele “Warum-Fragen” auf: Warum  ist diese Beziehung gescheitert? Warum wurde ich verlassen? Warum bin ich nicht gut genug?”.

Der Kopf kreist um solche Fragen.  Der KOPF- das heißt, in dem Moment, wo wir uns solche Fragen stellen und nach Erklärungen suchen, sind wir in unserem Kopf gefangen.

Durch das Kreisen der Gedanken begeben wir uns selbst in eine Achterbahn im Kopf, die vor allem dafür sorgt, dass wir Hirnstrukturen verfestigen, die uns im “Kummer” festfahren, anstatt uns daraus zu befreien.

Wie genau halten wir Liebeskummer in uns, indem wir ständig über die Trennung und den Verlust nachdenken?

Wenn wir Grübeln (und das gilt nicht nur für Liebeskummer) fahren wir – bildlich gesprochen- gedanklich im Kreis. Das kann man sich vorstellen, wie am Bahnhof stehen und auf einen Zug warten:

Du stehst am Bahnsteig. Schaust auf die Gleise. Und dann kommt ein Güterzug vorbei, der endlos lang erscheint. Das Skurrile an diesem Bahnhof ist, dass die Züge immer im Kreis fahren. Also fährt der Güterzug immer wieder an dir vorbei, immer im Kreis, bis dir vom Hinschauen schon schlecht wird. Und jetzt- (nur um das auf den Liebeskummer zu übertragen)- bleibst du nicht am Gleis stehen und schaust zu, sondern du springst auf den Zug auf und sitzt auf dem Dach. Nun fährst du im Kreis mit, immer im Kreis.

Dieses Aufspringen auf den Zug ist das Sinnbild für unsere kreisenden Gedanken: wir fahren in unserem Gehirn immer dieselbe Strecke ab. Fragen uns immer wieder dieselben Fragen, ohne darin sinnvolle Antworten zu finden. Wir fahren auf der Oberfläche herum, ohne in die Tiefe zu gehen. Wir vermeiden das Fühlen.

Und jetzt stell dir vor, dass dieser Zug gar kein Zug ist, der auf Gleisen fährt, sondern vielleicht eine Ponykutsche, die über einen Feldweg fährt. Wenn deine Kutsche jetzt ständig auf dem Feldweg im Kreis fährt, dann wird der Weg immer ausgefahrender und tiefer. Das hat zur Folge, dass ihr vielleicht mit der Zeit immer besser durchkommt auf diesem Schotterweg, es von Außen aber schwerer wird, über den Rand zu klettern, um dich zu erreichen.

So, zurück zum Liebeskummer oder jedem anderen schwierigen Gefühl: wenn wir darüber ständig grübeln, dass fahren wir in unseren Gehirn genau solche tiefen “Wege” aus, die uns im Grübeln festfahren: es entstehen neuronale Vernetzungen im Gehirn, die das Leid in uns vertiefen, halten und einbrennen. Sie entstehen, WEIL wir grübeln!

Das ist wie eine Sprache lernen: je öfter wir Vokabeln üben, desto mehr verinnerlichen wir sie.  Je mehr wir Grübeln, desto mehr WERDEN wir unser Grübeln. Und je mehr wir im Kopf gefangen sind, desto schwerer finden wir den Weg raus, weil unsere Gehirn durch das Grübeln neue Vernetzungen bildet, so dass wir uns immer tiefer darin festgfahren. So verfangen wir uns immer tiefer in dieser dunklen Energie.

Wie komme ich denn aus dem Gedankenkreisen über die Trennung raus?

Kommen wir zurück zum Bild des  Güterzugs:  Noch sitzt du oben drauf und fährst im Kreis (Grübeln). Wenn du das beenden willst, dann ist das einzig Logische von dem Zug abzusteigen.

Genau so gehts bei Liebeskummer: du kannst aus dem Grübeln aussteigen, indem du beginnst, es – wie von außen-  zu beobachten.

Das ist dann so, wie wieder am Bahnsteig stehen und den Güterzug von Außen anschauen: er fährt dann einfach immer wieder an dir vorbei, aber du fährst nicht mehr mit.

Das heißt bezogen auf schwierige Gefühle: du beginnst bewusst wahrznehmen, DASS du die ganze Zeit über das Thema nachgrübelst. Indem du es wahrnimmst,  gewinnst du bereits Distanz dazu und steigst aus dem Kopf aus. Du wirst zum Beobachter deiner Gedanken.

Du weisst nicht wie das gehen soll? Sowas lernst du unter anderem in meinem 1:1 Mentoring Programm “Starke sanfte Frau” oder “Männliche Präsenz”

“Und was passiert, wenn ich nicht mehr über die Trennung nachdenke?”  Du verlässt dein rationales Denken und beginnst zu fühlen. 

Wenn du es schaffst, aus dem Grübeln auszusteigen, dann ist das so, als würdest du eine innere Schutzmauer durchbrechen: denn wenn wir aus dem Denken aussteigen, dann wartet dahinter unsere innere Wirklichkeit- die Gefühle.

Wenn du also bei Liebeskummer deine Schutzmauer des Grübelns einreißt, dann begegnen dir dahinter die Gefühle, die das Grübeln auslösen. Ich schreibe “Gefühle”, denn es handelt sich in den seltensten Fällen um  nur ein einziges Gefühl. Meistens ist es ein ganzer Cocktail, der uns da begegnet: Traurigkeit, Wut, Angst, Scham, Hilflosigkeit…und es ist wichtig, dass du lernst, mit diesen Gefühlen umzugehen, anstatt sie zu verdrängen (zb. durch Grübeln).

Du bewältigst deinen Liebeskummer am besten, indem du alle Gefühle fühlst, aus denen er besteht

Ja! Es geht ums Fühlen. Um deinen Liebeskummer zu bewältigen musst du lernen deine Gefühle anzunehmen und sie zu fühlen. Und zwar nicht nur die Gefühle, die sozial in so einem Fall anerkannt sind (wie Trauer),  sondern all die Gefühle, die wirklich gerade in dir vorhanden sind. Wenn du diese Gefühle nicht wahrnimmst, sie verdrängst oder nicht beachtest, werden sie sich auf andere Weise in dir zeigen.

Zum Beispiel darin, dass du verbitterst, eine Mauer um dein Herz baust und dich gegenüber der Liebe und neuen Beziehungen verschließt. Es kann auch sein, dass du dich immer wieder in Beziehungen begibst, aber dich trotzdem niemals wirklich darauf einlässt und am Ende doch in dir allein bleibst – gebunden an den Rest-Schmerz einer verlorenen Liebe.

Reine, nackte Traurigkeit hält Liebskummer nicht ewig in dir fest. Das, was ihn so lang werden lässt, sind die Gefühle, denen du keine Aufmerksamkeit schenkst. Vielleicht, weil sie dir nicht bewusst sind. Vielleicht aber auch, weil du sie verdrängst, nicht fühlen willst oder einfach nicht wie, wie du mit ihnen umgehen sollst. Oder, weil du Angst hast, dass sie dich überwältigen. Das verstehe ich gut und du musst da auch nicht zwingend alleine durch.

Das führende, unerkannte Gefühl bei Liebeskummer ist SCHAM: dieses so sehr vermiedene Gefühl, nicht mehr geliebt zu sein. Dieses unaushaltbare Gefühl, was uns im ganzen Körper spüren lässt: so, wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung,   Der Beweis dafür liegt nach einer Trennung ja auch auf der Hand, nicht wahr?  ICH WURDE ABGELEHNT. ICH BIN NICHT GEWOLLT. ICH BIN NICHT LIEBENSWERT.

SCHAM heißt: ICH WILL DOCH NUR GELIEBT SEIN

Dabei trägt Scham nur eine einzige Message in sich, die wir um alles in der Welt vermeiden wollen nach außen zu tragen: LIEBE MICH. Genau so, wie ich bin (Diese Inhalte habe ich von Chris Germer gelernt).  Gerade bei Liebeskummer bäumt sich meistens Scham in uns auf, die wir nicht fühlen wollen. Und genau WEIL wir die Scham verbergen, hat sie die Chance in uns zu verweilen und dort ihr Unwesen zu treiben.

Scham lebt dadurch, dass wir sie verschweigen. Wenn wir sie benennen, verliert sie unmittelbar an Kraft. Scham trägt einen Touch von Unschuldigkeit in sich, denn jeder von uns will einfach nur geliebt sein. Das verbindet uns alle. Genau so wie unsere “heimliche Scham” uns alle verbindet – jeder schämt sich, mehrfach am Tag und oft ohne es zu merken ( laut einer Studie schämen wir uns mindestens 22x am Tag – meist, ohne es zu merken).  Wer will sich schon bewusst schämen. Und genau darin liegt ein großer Teil der (Auf-) Lösung!

 

Hier ist die Lösung, mit der du Liebeskummer leichter bewältigst:

Liebeskummer Gefühle Mareile Scham

1) Erkenne und gestehe dir ein, dass du versuchst, Liebeskummer (Gefühle) über rationals Denken (Grübeln) zu bewältigen und dass dies nur ein Schutzmechanismus ist. Dieser beschützt dich davor, die volle “innere Katastrophe” zu fühlen. Durch Denken kannst du keine tiefen Gefühle bewältigen. Trotzdem ist es wichtig, diesen Schutzmechanismus zu haben, damit du selbst entscheiden kannst, wann und ob du hinter das Denken/die Schutzmauer schauen willst.

2) Lerne deine ganze Bandbreite an Gefühlen zu erkennen, benennen, anzunehmen, zu fühlen und mit ihnen wirklich umzugehen. Das ist meiner Ansicht nach grundsätzlich der Schlüssel zur inneren Freiheit.

3) Wende dich DIR selbst zu. Scham ist das Gefühl, was aus einem Selbstwertkonflikt entsteht . Das bedeutet, dass du lernen darfst, mit dir selbst liebevoller umzugehen, deinen Wert (anzu)erkennen und dich wirklich selbst zu lieben. Wenn du dich liebst, dann bist du nicht mehr von dem “Geliebt sein” von außen so sehr abhängig, sondern begreifst es mehr als Geschenk. Natürlich brauchen wir alle auch Liebe von anderen Menschen. Wenn aber gerade eine Trennung geschehen ist, dann ist es am Sinnvollsten, sich selbst erstmal die Liebe zu schenken und in die eigene innere Ruhe zu finden, anstatt diese im Außen zu suchen. Erst, wenn wir uns wirklich selber lieben, können wir un-abhängige Partnerschaften führen, die KEINE Zweckgemeinschaften der gegenseitigen Wertbestätigung sind.

Zusammengefasst bedeutet das, dass du Liebeskummer schneller bewältigst, wenn du weniger darüber nachdenkst und mehr fühlst.  Natürlich ist es hilfreich, über die vergangene Beziehung zu reflektieren. Jedoch ist es nicht zielführend, sie im Gehirn über Grübeln zu zerkauen. Grübeln bringt dich niemals weiter sondern schadet dir dauerhaft. Wenn du wahrnimmst, dass du grübelst (allein die Wahrnhemung ist SUPER!), ist das deine Einladung dazu, deinen Gefühlen nun Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu fühlen. Natürlich ist das Ganze viel komplexer, als hier beschrieben. Deshalb habe ich mein 1:1 Mentoring Programm entwickelt und unterstütze dich gern dabei, deinen Liebeskummer zu bewältigen.

In meinem 1:1 Mentoring Programm “Starke sanfte Frau” und “Männliche Präsenz”  lernst du, mit deinen Gefühlen umzugehen und machst dich auf den Weg, Liebe zu dir selbst wirklich zu fühlen.

 

 

 

 

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